Kooperationsvereinbarung mit den Kindertagesstätten

Der Weg zum Schulbeginn - in der Praxis erprobt

Schulvorbereitung im Team

Auf den Anfang kommt es an !

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für alle Kinder ein wichtiger Schritt in ihrem Leben. Sie haben eine hohe Erwartungshaltung an die neuen Herausforderungen und wollen ihr Bestes geben. Die Kinder brauchen uns Erwachsene, um im Alltag zu bestehen. Erzieherinnen und Lehrerinnen sehen die Schulvorbereitung  als gemeinsames Arbeitsfeld. Die positive Resonanz von Eltern und Kindern geben Anregungen zu neuen Ideen und gemeinsamen Projekten.

Vorstellung der Einrichtungen als Kooperationspartner:

   > Staatliche GS Ohrdruf „Carl- Eduard- Meinung “, Südstraße 28, 99885 Ohrdruf ,

   Tel.: 03624/317875

   Schulleiter: Herr Bauer                 Beratungslehrerin: Frau Theilig

   >Kita  „Goldbergspatzen“, Arnstädter Straße 1, 99885 Ohrdruf , Tel: 03624/402259

 

   >Kita   „Rasselbande“, Im Leichfeld, 99885 Ohrdruf , Tel.: 03624/402425

  

   >Kita   „Kleine Strolche“ , Turmstraße 2, 99887 Gräfenhain , Tel.: 03624/313779

  

Erfahrungen haben gezeigt, dass der Entwicklungsstand unserer Schulanfänger sehr unterschiedlich sein kann. Hier ist  pädagogisches Geschick gefragt. Im letzten Kindergartenbesuchsjahr verständigen sich Eltern, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen über die jeweiligen Bildungsbedürfnisse der Kinder für einen optimalen Schulbeginn. Die anstehende Schulvorbereitung bedeutet zeitliche und inhaltliche Organisation sowie eine enge Kooperation zwischen den Partnern.

„...es ist Aufgabe von Schule und Unterricht, passende Bildungsangebote für Kinder zu gestalten, statt darauf zu warten, dass Kinder in die Schule kommen, die zu den vorhandenen Angeboten passen.“

(Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10)

Entwicklung eines Kooperationskalenders

Der Zeitrahmen mit den pädagogischen Inhalten zur konkreten Vorbereitung auf die Schule wird von allen vier Bildungseinrichtungen gemeinsam erstellt und getragen, niedergeschrieben in einem Kooperationskalender. Mit der Verwirklichung der vielfältig geplanten Veranstaltungen entsteht ein reger Austauschprozess zwischen Grundschule, den Kindertagesstätten und Eltern.

Die zukünftigen Schulanfänger lernen den Schulweg, das Schulgebäude und ihre Lehrer kennen. Die Kinder haben in dieser Zeit Gelegenheit, erste Vorstellungen von Schule und Unterricht zu gewinnen. Aber nicht nur für die Kinder ist Schule ein neues Erlebnis bzw. eine Herausforderung, auch ihre Eltern haben das Recht auf differenzierte Information, gründliche Beratung und ausreichende Gelegenheit, um das pädagogische Konzept der Schule kennen zu lernen. Der Alltag der heutigen Grundschüler unterscheidet sich erheblich vom früheren Schulalltag.

Eltern und ihren Kindern wird die Möglichkeit eröffnet die neuen Wege der Bildung gemeinsam zu beschreiten. Das pädagogische Team aus  Kindergärten und Schule  versteht sich dabei als hilfreiche Partner.

Starke Kinder/ Lust auf Schule/ Freude haben/ Anstrengungsbereit sein/ Grundsteine für das Leben

Ein Kooperationskalender hilft planen und verankern

Die Grundschule Ohrdruf  und die Kindertagesstätten in ihrem Einzugsgebiet haben in den letzten Jahren enge Formen der Zusammenarbeit in Bezug auf gemeinsame Schulvorbereitung entwickelt und erprobt. Aus diesem gewachsenen Konzept wurde der

„Kooperationskalender“

Bald bin ich ein Schulkind

Inhaltsbeschreibung:

Oktober

Die Leiterinnen der Kindergärten erstellen eine Liste der zukünftigen Schulanfänger  und leiten diese an die Grundschule weiter. Sie wird mit Kindern der vorzeitigen Einschulung, Hauskindern und später mit den Schülern, die das 3. Schulbesuchsjahr nutzen, ergänzt. Im Austausch mit der Beratungslehrerin werden   folgende Fragen ausgewertet: Wie sind die Kinder des letzten Jahrgangs angekommen? Hat man sie in der Schulfähigkeit richtig eingeschätzt? Welche Möglichkeiten der Verbesserung zeigen sich auf?

November

Anfang November findet das erste Treffen mit den Kindergartenleiterinnen, der Schulleiterin sowie der Beratungslehrerin zur inhaltlichen und terminlichen Abstimmung des Kooperationskalenders  an der Grundschule statt. Speziell erfolgen Absprachen und zeitliche Koordinationen bezüglich der monatlichen Vorschulveranstaltungen.

Erste Informationen über Kinder mit Förderbedarf werden ausgetauscht, um Beobachtung und Elternberatung anzubahnen.

Ende November ist der erste Elternabend, in dem die Eltern über unser Schulkonzept, den Förderverein sowie die inhaltliche Gestaltung der Schuleingangsphase von Kindergarten und Schule  informiert werden (Kooperationskalender). Außerdem lernen sie die Klassenlehrerinnen und Erzieherinnen der zukünftigen ersten Klassen kennen. Die Beratungslehrerin nutzt  diesen Abend, um über Schulfähigkeit und Möglichkeiten einer guten Schulvorbereitung in der Familie zu sprechen. Sie regt zum Nachdenken des jetzigen Entwicklungsstandes der eigenen Kinder an und gibt praktische Anregungen, um noch bestehende Defizite auszugleichen. Im Anschluss stellen sich die  Schulleiterin und die Beratungslehrerin für erste Anfragen zur Verfügung. Die Termine für die Schulanmeldung und  für die persönlichen Gespräche werden festgelegt.

Dezember

Die Eltern kommen mit ihren Kindern zur Schulanmeldung. Während sie die Formalitäten erledigen, werden die Kinder von ein oder zwei Lehrerinnen in einem Klassenzimmer (gemütliche Weihnachtsatmosphäre) betreut. Die Lehrkräfte bekommen so einen ersten Eindruck der sozialen Kompetenz und des allgemeinen Entwicklungsstandes.

Nach einem Terminplan führt die Schulleiterin mit jeder Familie ein  persönliches Gespräch zum ersten Kennenlernen  sowie  zur näheren Erläuterung des Schulkonzeptes.

Januar

Besuch in den drei Kindergärten:

Die Beratungslehrerin besucht die Schulanfänger in ihren Gruppen. Sie stellt sich vor und nimmt für kurze Zeit an ihrem Tagesplan  (z.Bsp.: Freies Spiel, Frühstück) teil. Im Austausch mit den Kindergärtnerinnen werden Entwicklungsstände bzw. Besonderheiten (Begabung, Schwächen) der Schulanfänger in Ansätzen aufgezeigt. Die Beratungslehrerin bespricht mit den Kindern  ihre schulischen Erwartungen und lädt sie mit ihrer Kindergärtnerin zu den monatlichen thematischen Veranstaltungen –„Vorschule“ in die Grundschule ein, um diese kennen zu lernen und praktisch zu erfahren wie Unterricht ist.

Im Anschluss erfolgt ein Gespräch mit der Leiterin der Einrichtung. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Themen: Elternarbeit, Kinder mit Besonderheiten, Förderung, Termine und Organisation.

Von Januar bis Juni kommen die Schulanfänger, also einmal im Monat im Rahmen des Projektes „Vorschule“ mit ihren Kindergärtnerinnen  in die Grundschule. Die thematischen Veranstaltungen sind in den Vormittag eingebettet und dienen nicht nur zur Vorbereitung der Schulanfänger, sondern auch der Diagnostik des Entwicklungsstandes der Kinder.

März

Im März ist die schulärztliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt Gotha mit Frau Doktor Schade. Im Anschluss eines jeden Untersuchungstages (meist eine Woche) erfolgt eine kurze Auswertung im Team. Die  Schulleiterin sowie die Beratungslehrerin stimmen sich über den Entwicklungsstand der Kinder ab. 

Inhalte des zweiten Elternabends sind die  Einführung der Fächer Ethik und Religion, die Vorstellung des pädagogischen Konzeptes zur Optimierung der Schuleingangsphase sowie die Einführung in die Leselehrmethode „Lernen mit allen Sinnen“.

Juni

Die Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen vom diesjährigen Vorschulprogramm treffen sich zu einem Erfahrungsaustausch über die gemeinsamen Aktivitäten zur Vorbereitung der Schulanfänger auf die Grundschule.

Die Inhalte des 3. Elternabends sind die Vorstellung der Schulmaterialien für den Leselehrgang und die Bekanntgabe der Klassenaufteilung, Informationen zur Schulaufnahmefeier sowie hortspezifische Hinweise zum Tagesablauf.

August- Vorbereitungswoche

Die Beratungslehrerin wertet die Beobachtungsergebnisse zu den Schulanfängern  mit den zukünftigen Klassenlehrerinnen und Horterzieherinnen aus. Die Möglichkeiten der Förderung von Anfang an ( auch für Begabungen)  werden besprochen und in Zusammenarbeit  mit der Schulleitung sowie der Förderlehrerin eingeleitet.

August / September- Schulanfang

Die Schulanfänger werden  projektorientiert auf den Schulbeginn eingestimmt. Dies gehört zu unserem Konzept des sanften Schuleinstiegs. Schwerpunkte wie: Schuleinführung, Zuckertüte, sich Kennenlernen, Eingewöhnung, verkürzte Stundentafel, Klassenlehrerin und Horterzieherin als Personen des Vertrauens, Erarbeitung von Klassenritualen, Einführung von Arbeitstechniken, Erzählen vom Kindergarten und stolz auf sich sein sind Teile eines Puzzles für den Schulanfänger.

Oktober - Ankunft

Die Schulanfänger sind als Grundschüler an unserer Schule angekommen. Das Bild, welches sich ergibt, sind die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit eines pädagogischen Teams der Kooperation.

Die Weichen für die Zukunft unserer Kinder sind gestellt.

(im Anschluss Kooperationskalender:  tabellarisch, verkürzte Form)

Monatliche Beschäftigungen für Schulanfänger

Verhaltensbeobachtungen beim Übergang Wir wollen sie entdecken  / Mal sehen wie Schule ist / Man kann es ja probieren

Beobachtungen unsererseits ergeben, dass die meisten Kinder im schulfähigen Alter nach außen (im Umgang mit ihren Eltern bzw. in einer gewohnten Umgebung) ein selbstbewusstes Auftreten demonstrieren, wissen was sie wollen und offen sind für die Dinge der Welt. Im Kindergarten sind sie die Ältesten. Die Schulanfänger freuen sich auf neue Herausforderungen und wollen sich beweisen. Kindergärtnerinnen bestätigen, dass es am Ende jedes letzten Kindergartenjahres Zeit wird für die neuen Formen des Lernens.

Die Schulanmeldung ist für unsere zukünftigen Erstklässler ein erster Kontakt mit der neuen Herausforderung „Schule“. An der Hand ihrer Eltern eröffnet sich ihnen eine neue Welt. Wir Lehrer haben uns an den Tagen der Anmeldung auf diese sensible Situation eingestellt und wollen die ersten Schritte gemeinsam mit den Kindern meistern.

Die Beobachtungen in der Betreuungszeit der Schulanfänger (Eltern erledigen Formalitäten) ergaben recht unterschiedliche Verhaltensweisen der Kinder. So zeigten sie sich teilweise:

ruhig, aufgeschlossen, willig, aufmerksam, selbständig, neugierig, kontaktfreudig /

aufgeregt, zurückhaltend, ängstlich und doch sehr mutig/ im Einzelfall eigensinnig.

Auch die Schulärztin bestätigt diese Beobachtungen aus ihren Erfahrungen.

Um allen Kindern einen optimalen Schulbeginn zu erschließen, haben wir ein sehr aufwendiges Projekt der Vorschule erstellt. 

(im Anschluss – tabellarisch sowie in ausführlicher Form)

Projekt „Vorschule“ – inhaltliche Beschreibung

Anfang Januar besucht die Beratungslehrerin die Schulanfänger in den Kindergärten und nimmt den ersten Kontakt zu ihren  Erzieherinnen auf. Einige Kinder kennen sie

 schon von der Schulanmeldung.  Es entwickelt sich ein vertrautes Gespräch. Am Ende werden die zukünftigen Schulanfänger zu den monatlichen Beschäftigungen der „Vorschule“ eingeladen, die benötigten Materialien besprochen und Wünsche zum Kennenlernen der Schule geäußert. Man sieht den Kindern die Vorfreude an und einige sind schon ganz stolz darauf bald ein Schulkind zu sein.

In Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen, Erzieherinnen und unserer Förderschullehrerin haben wir für diese Veranstaltungen thematische Beschäftigungen geplant, die neben der Eingliederungshilfe auch der Diagnostik unserer zukünftigen Schulanfänger dienen sollen. Die Tage und Zeiten werden im ersten Kooperationstreffen mit den Kindergartenleiterinnen besprochen und als Ergänzung zu unserem Kooperationskalender  tabellarisch erstellt.

Vorbereitung:

In Zusammenarbeit mit der Beratungslehrerin ist immer eine Lehrerin für die   Planung und Durchführung eines Themas verantwortlich.  Außerdem wird jeweils ein  Bereich der Schule besichtigt. Lernorte sind: das Schulgebäude, die Turnhalle und der Spielplatz. Die Kindergartengruppen kommen an den gleichen Tagen und zur gleichen Uhrzeit zu ihren Veranstaltungen. Folgende Materialien haben die zukünftigen Schulanfänger in ihren Vorschultaschen dabei : Buntstifte und Filzstifte, Bleistift, Schere und Kleber sowie ein Namenskärtchen zum besseren Kennenlernen. Die Materialien werden über die Kindergärtnerinnen im Vorfeld mit den Eltern besprochen und besorgt.

Durchführung:

Die Beratungslehrerin nimmt die Kinder und ihre Kindergärtnerin auf dem Schulhof in Empfang und zeigt ihnen die verschiedenen Bereiche der Schule. Mal sind es das Sekretariat und die Bücherei, mal ein Klassenraum und der Spielplatz und später das Biotop. Vieles gibt es nach und nach zu entdecken.

Anschließend werden die Kinder von der jeweiligen Lehrerin in unserem Speiseraum begrüßt. Dieser ist mit Tischgruppen, einer Tafel und den benötigten Materialien ausgestattet. Die Beratungslehrerin erfragt die Anwesenheit und mit zunehmendem Selbstbewusstsein verkünden die Kinder ihre Namen. Nach einer kurzen Vorstellung der entsprechenden Lehrerin übernimmt diese das Geschehen und führt mit den Kindern die geplante thematische Beschäftigung durch. Alle anderen erwachsenen Personen (auch manchmal die Förderschullehrerin oder zukünftige Horterzieherin)  treten in den Hintergrund und nehmen die Rolle der Beobachter ein. In dieser Phase werden viele Informationen über jedes Kind zusammengetragen und über den Beratungslehrer schriftlich fixiert.

Auswertung:

Im Abgleich mit der Schulärztin und den Elterninformationen aus den persönlichen Gesprächen mit der Direktorin entsteht ein relativ reales Bild  zur Schulfähigkeit bzw. zum jetzigen Entwicklungsstand des Kindes.

Die Schule kennt nun ihre Schulanfänger und kann sich in Organisation und Methodik optimal auf den Neubeginn einstellen sowie entsprechende Wege der Förderung einleiten. Wir wissen vom ersten Tag, was uns erwartet und das ist gut, denn die Schere des Könnens ist weit.

Alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder / Pädagogen unterstützen/ Jedes Kind kann etwas/ Individuelle Weichen werden gestellt